Zürcher Seniorenchor

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Alters- und Pflegeheim Rosengarten
17.01.2012 / Aathalstrasse 21, 8610 Uster

Bei schönem und kühlem Winterwetter mache ich mich auf den Weg zum Städtischen Altersheim in Uster. Die Fahrt mit Bus, Zug, Zug und Bus kommt einem Ausflug gleich. Die Anlage des Altersheims Rosengarten präsentiert sich im schönsten Winter-Sonnenlicht. Obwohl ich mich vor Hunden fürchte, geniesse ich den Vierbeiner Django, der ruhig und zurückhaltend, fast schüchtern die erste Gruppe Sänger „begrüsst“. Frau Anita Graf, Ass. Heimleitung, heisst uns herzlich willkommen und öffnet den lichtdurchfluteten Mehrzweckraum. Alles ist für‘s Konzert bereit, Garderobe, Stühle, Mikrofon, Klavier und, und.

 

Der Chor beginnt mit dem Lied „Glockenklang, du wunderbarer, klingst an mein Ohr, dringst in mein Herz … „. Die Herzen berührt auch unser Dirigent, Erich Böhm. Zuerst öffnet er diejenigen der Sänger, damit die Lieder von Herzen zu Herzen getragen werden können. In erster Linie aber will er die Zuhörer berühren. Dazu bedient er sich auch der Liederwahl sowie den jeweils fröhlichen oder nachdenklich präsentierten Einführungen zu den Liedern. Manchmal streut er auch leise originelle Spässe ein.

 

Im Chor entdecke ich eine etwas ältere „neue“ Sängerin. Um sie fotografieren zu können, begebe ich mich unter die Zuhörer. — Später erfahre ich, dass es sich dabei um die Rosengarten-Pensionärin, Elisabeth Schütz handelt; sie hat früher im Gemeindechor Seebach gesungen. — Während dem ich die Lieder geniesse, und auch aktiv hinhöre, bemerke ich schon die eine und andere Unebenheit. Die dem Zweck des Ganzen jedoch nichts anhaben kann. Es fällt mir vor allem auf, dass die Sänger die Lieder so gut artikulieren, dass auch der Inhalt der Lieder beim Zuhörer ankommt. Und noch etwas ist mir aufgefallen, die fröhliche Stimmung der Sänger hat die Pensionäre bereits erreicht. So dass wir uns Alle – Zuhörer und Sänger – zu einer frohgestimmten Einheit gefunden haben.

 

Während dem zweiten Teil des Konzertes, dem Gesamtchor (Pensionäre und Chor) empfinde ich diese heitere und gelöste Stimmung der „geöffneten Herzen“ noch stärker. Es werden Volkslieder in drei verschiedenen Landessprachen gewünscht. Erich Böhm, der die Lieder am Klavier begleitet, erklärt nach dem Wunsch des Liedes „Là-haut sur la montagne“: „Ich weiss nöd, öb ich das cha, uf französich spile isch viel schwiriger.“ Da wehrt sich eine Pensionärin lautstark: „Das isch nid wohr“.

 

Und schon bald ist der Anlass wieder vorbei. Ich werde an das Sprichwort erinnert: „Me söt ufhöre wenns am schönschte isch.

 

Einer Pensionärin bringe ich den Rollator. Sie sieht mir in die Augen und erklärt: „Wüssed Sie, mängmol chönt eim scho Alles verleide – das hät mir jetzt guet tue“. Ich versichere ihr, dass ich sie sehr gut verstehen könne.

 

Zum Abschluss lädt uns Frau Graf zu Kaffee und Kuchen ein, eine Geste des Hauses als Dankeschön.

 

Eine angenehme Leichtigkeit begleitet mich auf der Heimfahrt.

 

 

19.1.12/RV