Zürcher Seniorenchor

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Pflegezentrum Entlisberg
03.09.2013 / Paradiesstrasse 45, 8038 Zürich

An diesem wunderschönen Spätsommertag dürfen wir Sänger uns an diesem herrlichen Ort oberhalb der Stadt Zürich treffen, auf dem Vorplatz zum Eingang ins Pflegezentrum Entlisberg. Frau Kawara, Mitarbeiterin der Abteilung Soziokultur, kommt uns entgegen und bittet uns in den Festsaal.

Anlässlich der Einleitung zum Konzert richtet sie das Wort auch an uns Sänger: „Ich freue mich ganz besonders, sie ansagen zu dürfen. Sie pflegen noch das alte, deutsche Liedergut. Die Jungen können das leider nicht mehr.“

Wie üblich beginnt das Konzert mit einigen vom Chor vorgetragenen Liedern. Anschliessend setzen sich die Chorsänger in die Reihen der Pensionäre um einen Alle (Pensionäre, Personal, Besucher und Chorsänger) umfassenden Chor zu bilden. So ertönen bekannte Lieder aus der Schulzeit. Die Pensionäre wünschen das zu singende Lied und Erich Böhm spielt die Begleitung auf dem Klavier; natürlich mit vielen lustigen und wohlklingenden Einlagen.

Zum Abschluss wendet sich Frau Kawara unter anderem an Erich Böhm mit den Worten: „Für die humorvolle Moderation danke ich Ihnen ganz herzlich. Sie haben ja gesagt, dass die Liebe das wichtigste ist. Wir durften sie heute auch verspüren. Ich habe gesehen, dass viele unserer Patienten mitgesungen haben.“

Beim anschliessenden, vom Zentrum offerierten Kuchen mit Getränk, erzählt unser Bass Fredy mit strahlenden Augen: „Jetzt habe ich meine Freundin gesehen. Die Etagenverantwortlichen haben sie ans Konzert gebracht; was nicht selbstverständlich ist. Sie ist 57 Jahre alt und von Geburt an gelähmt und blind. Vor einigen Jahren, anlässlich eines Besuches im Entlisberg, habe ich sie kennengelernt. Als ich ca. 4 Wochen später wieder im Zentrum war, um bei einer Verwandten zu verweilen, hat sie mich an der Stimme wiedererkannt und sich gemeldet. Sogar meinen Namen wusste sie noch. Seither besuche ich sie, manchmal nehme ich sie auch im Rollstuhl mit auf einen Spaziergang. Heute hat sie alle Schullieder von Herzen mitgesungen.“ Dieses Erleben bestätigt einmal mehr die Weisheit des Liedes, das der Chor vorgetragen hat: „Wänn d’Liebi zur Sach häsch …….… je meh das me her git, je meh nimmt me i“.

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Liebe Frau Kawara, Ihnen und der Zentrumsleitung danken wir für die freundliche Aufnahme und den „Zvieri“. Im Entlisberg haben wir uns sehr wohl gefühlt. Gerne werden wir, Ihrem Wunsche entsprechend, in einem Jahr wieder bei Ihnen einkehren.

4.9.13/RV